Wer schreibt Pressemitteilungen? Inhouse vs. Agentur vs. Selber
PMs werden von Marketing-Mitarbeitern, PR-Agenturen, Geschäftsführern oder externen Freelancern geschrieben. Welche Variante für welche Unternehmensgröße? Vor- und Nachteile im Vergleich.
Wer eine Pressemitteilung braucht, steht vor der Frage: Wer schreibt das Ding eigentlich? Inhouse-Marketing? Externe PR-Agentur? Ein Freelancer? Oder doch der Geschäftsführer am Wochenende? Es gibt vier typische Szenarien — jedes mit eigenen Vor- und Nachteilen.
Variante 1: Inhouse-Marketing-Team
Selber schreiben + selber veröffentlichen — günstiger als Agentur.
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In Mittelständlern und Konzernen schreibt typischerweise jemand aus dem Marketing-Team die PMs — oft ein/e Marketing-Manager:in oder Communications Manager:in. In größeren Unternehmen gibt es eigene PR- oder Communications-Abteilungen.
Vorteile:
- Kennt das Unternehmen, die Produkte, die internen Quellen.
- Kurze Wege — Zitat vom Vorstand schnell organisierbar.
- Dauerhaftes Wissen über vergangene PMs, Stilrichtlinien, Boilerplate.
Nachteile:
- Schreib-Routine fehlt oft — wer 1× im Quartal eine PM schreibt, vergisst die Best Practices.
- Versuchung, Werbe-Sprache reinzubringen.
- Ist meistens auch noch für 10 andere Themen zuständig — PM rutscht hinten runter.
Geeignet für: Unternehmen ab ca. 50 Mitarbeitenden mit regelmäßigen News-Anlässen.
Variante 2: PR-Agentur
Konzerne und große Mittelständler beauftragen oft externe PR-Agenturen für ihre PMs. Die Agentur schreibt, lektoriert, verteilt und kümmert sich auch um Journalisten-Beziehungen. Eine kuratierte Liste deutscher PR-Agenturen führt z.B. die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) als Branchenverband.
Vorteile:
- Schreib-Routine: Eine Agentur schreibt täglich PMs, kennt jeden Kniff.
- Externe Sicht: Was im Unternehmen selbstverständlich klingt, ist außen oft nicht klar — die Agentur erkennt das.
- Verteiler + Kontakte: Etablierte Agenturen haben gepflegte Journalisten-Listen.
Nachteile:
- Kosten: 800-2.500 € pro PM, monatliche Retainer ab 1.500 €/Monat sind üblich.
- Längere Abstimmungszyklen (2-4 Wochen pro PM).
- Manche Agenturen recyceln Standard-Floskeln — generischer Stil.
Geeignet für: Konzerne, größere Mittelständler, börsennotierte Firmen, Unternehmen mit hohem Reputations-Anspruch.
Variante 3: Freelance-Texter / PR-Berater
Eine Mittellösung: Ein freier PR-Berater oder PR-Texter schreibt einzelne PMs auf Auftrag. Häufig ehemalige Journalisten oder Agentur-Mitarbeitende, die selbstständig arbeiten.
Vorteile:
- Profi-Qualität ohne Agentur-Overhead.
- Flexibel: Mal eine PM, mal keine — kein Retainer.
- Kosten meist 300-800 € pro PM.
Nachteile:
- Onboarding kostet Zeit (Branche erklären, Boilerplate übergeben).
- Verfügbarkeit kann bei beliebten Freelancern Engpass sein.
- Keine festen Verteiler — meist nur Schreibarbeit.
Geeignet für: Mittelstand, Start-ups, alle, die unregelmäßig PMs brauchen.
Variante 4: Geschäftsführer / Inhaber selbst
In kleinen Unternehmen, Solo-Selbstständigkeit und früher Gründungsphase schreiben Inhaber:innen ihre PMs oft selbst — am Wochenende, nach Feierabend.
Vorteile:
- Maximale Authentizität — niemand kennt das Thema besser.
- Kostenlos (Zeitinvestment).
- Volle Kontrolle über Stil, Tonfall, Botschaft.
Nachteile:
- Schreib-Erfahrung meist gering — viel Trial & Error.
- Hohe Versuchung, in Werbe-Sprache zu verfallen („unser einzigartiges Produkt …").
- Zeitaufwand: Eine erste PM kostet leicht 4-6 Stunden.
Geeignet für: KMUs, Solo-Selbstständige, Gründungsphase, alle, die sparen müssen.
Wer trifft die Veröffentlichungs-Entscheidung?
Eine PM zu schreiben ist eine Sache — sie zu veröffentlichen eine andere. Häufige Setups:
- Inhouse + Direkt-Versand: Marketing-Team schickt PM per E-Mail an gepflegten Verteiler.
- Inhouse + Online-Pressedienst: Marketing schreibt, ein Pressedienst übernimmt die Veröffentlichung auf Portalen.
- Agentur Komplett-Service: Agentur schreibt UND verteilt — im Retainer enthalten.
- Selbst-Veröffentlichung über Self-Service-Plattform: Inhaber schreibt, lädt PM hoch, wählt Portal — Plattform übernimmt den Rest.
Mehr zu den verschiedenen Veröffentlichungs-Wegen findest du in unserem Artikel Pressemitteilung veröffentlichen — die 5 wichtigsten Wege.
Kosten-Übersicht im Vergleich
| Variante | Kosten pro PM | Zeitaufwand intern |
|---|---|---|
| Inhouse (Marketing) | ~150-300 € (Personalkosten anteilig) | 4-8 Stunden |
| PR-Agentur (Projekt) | 800-2.500 € | 2-3 Stunden Briefing/Freigabe |
| Freelance PR-Texter | 300-800 € | 1-2 Stunden Briefing |
| Geschäftsführer selbst | ~0 € (eigene Zeit) | 4-6 Stunden |
Mehr zu den Veröffentlichungs-Kosten findest du in Pressemitteilung online veröffentlichen — was kostet das?.
Fazit: Was passt zu wem?
- Solo-Selbstständige + KMU: Selber schreiben + Self-Service-Plattform. Kosten: 9,90 € bis ~50 €.
- Mittelstand: Inhouse oder Freelancer + Self-Service oder klassischer Pressedienst.
- Konzerne: PR-Agentur Komplett-Service.
- Start-ups (in Funding-Phase): Mix aus Freelancer für strategische PMs + Self-Service für Routine-News.
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